BUCH DER FREUNDE XXXXIV

Wir brauchen eine neue Offenbarung, eine, die die Hinfälligkeit derer verkündet, denen wir anhängen, aber die, denen wir anhängen, sind da, ihr tödliches Gewicht verbündet sich mit dem Verhängnis, das uns zermalmt, Ordnung und Chaos bilden ein Ganzes, das wir nicht zu zerbrechen vermögen. Die Anarchisten und die Nihilisten sind die letzten vernünftigen und sensiblen Menschen unter den Tauben, die marschieren, und den Blinden, die kämpfen, aber es genügt im jetzigen Zeitalter weder, Recht zu haben, noch zu fühlen, um irgend etwas zu verändern, die Ordnung muß durch eine Ordnung und nicht durch eine Unordnung ersetzt werden und die Moral durch eine Moral und nicht durch Unmoral, so wie der Glaube durch einen Glauben ersetzt werden muß, und nicht bloß durch eine Leere und die toten Götter durch neugeborene Gottheiten. Wir brauchen keine Aufwiegler, sondern Propheten, wir brauchen religiöse Genies auf der Höhe dieser Zeiten und unserer Werke, denn alle die, die wir verehren, sind ohne jede Ausnahme überholt, sie sind alle überholt, und die, die sich auf sie berufen, verraten sie. Keine Überlieferung schützt uns vor der Zukunft, denn die Zukunft ist ohne Beispiel und das Universum hat keinen Zufluchtsort mehr.
Albert Caraco, Brevier des Chaos
 18, 1982

 

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